Wenn Kleinboutiquen verdrängt werden

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Traditionsläden verschwinden, die jahrzehntelang das Straßenbild geprägt haben. Sie werden durch Konzernriesen wie zum Beispiel C&A, H&M und Primark verdrängt. Ich habe vor zwei Monaten den Lösungsansatz von kleidoo angeschnitten. Heute möchte ich näher darauf eingehen.

Die Idee zu kleidoo geht auf Aranga Rahim zurück, der nicht nur Geschäftsführer, sondern auch Gründer des innovativen Unternehmens mit Sitz in Hamburg ist. „In Deutschland gibt es eine beeindruckende Boutiquenlandschaft, dennoch werden viele kleinere Läden durch die großen Ketten verdrängt.“, so Rahim überzeugt. Diesem Prozess will der Däne mit dem innovativen Konzept von kleidoo entgegen wirken, indem er den stationären Modeeinzelhandel beim Onlinehandel unterstützt. Entwickelt hat Rahim das Konzept für die Plattform zusammen mit seinem Partner Feoder Kouznetsov. „Mit kleidoo bieten wir den Geschäften einen zusätzlichen Vertriebsweg, der ihn stärkt“, so Kouznetsov. „Wir sind überzeugt, mit dieser praktikablen Lösung eine wichtige Lücke auf dem deutschen Markt zu schließen.“ Die einzelnen Modeläden stellen ihre Ware auf der Online-Plattform kleidoo zur Verfügung. Kunden können so bequem in ganz Deutschland gleichzeitig einkaufen, und das über nur eine Plattform. „Zusätzliche Verkaufsflächen, Mitarbeiter oder Werbekosten müssen nicht eingeplant werden.“, so Rahim.

Die Handelszeitung bestärkt meine Vermutung, dass Aspekte wie zum Beispiel Lage und Preis-Leistungs-Verhältnis das Einkaufen in großen Filialen oder bei bekannten Modeketten schmackhaft machen. Ausgefallene Werbung oder die Zusammenarbeit mit Stardesignern tun ein Übriges. Umfragen zufolge sind es besonders ältere Menschen, die auf Leistungen wie zum Beispiel Bedienung, Beratung und Service Wert legen. Und so ganz kann ich mich davon nicht freisprechen. Den Satz „Danke, aber ich melde mich bei Ihnen, wenn ich Hilfe brauche“ musste ich neu erlernen. Er war mir eher lästig. Aber ich achte bei meinen Einkäufen mittlerweile bewusst darauf, „den Kleinen mehr Chancen zu geben“.

Es ist keine Seltenheit, dass Bekleidung in unvorteilhaften Farben, Größen, Mustern und Schnitten getragen wird. Das Phänomen lässt sich zum Beispiel auf Frauen Unterwäsche anwenden. Ich war gerade in der Pubertät, als ich mit meiner Mutter den ersten BH vermessen lassen habe. Die Boutique war nicht größer als unser Wohnzimmer. Ich war schüchtern und bin vor Scham im Boden versunken. Und ich habe es meiner Mutter lange nachgetragen. Heute bin ich froh, dass wir beraten wurden. Die Boutique gibt es immer noch und ich nehme den Service bis heute in Anspruch. Bedienung und Service kann man bei den großen Modeketten selten erwarten. „Nur noch das, was da hängt“ oder „Keine Ahnung, gucken Sie im Internet“, höre ich oft. Geschenkservices gibt es meistens zur Weihnachtszeit, oft wird sogar eine Gebühr fällig.

Aber warum ist es so, dass wir immer wieder große Filialen und Ketten ansteuern? Ich würde gerne wissen, wie ihr mit dem Thema umgeht. Und es würde mich interessen, ob ihr glaubt, dass sich in naher Zukunft etwas ändern wird.

[1] Handelszeitung (2009). Modeketten verdrängen die Boutiquen. Verfügbar unter http://www.handelszeitung.ch/unternehmen/modeketten-verdraengen-die-boutiquen [08.02.13]
Interview via kleidoo

Kommentare :

  1. Wie viel Kohle bekommst du jetzt für diesen Blogpost?

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  2. Anonym:
    Schade, dass du das nicht freundlicher formulieren kannst. PR Samples, gesponserte Produkte und Beiträge, die in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Herstellern und Unternehmen entstanden sind, werden mit den Kennzeichnungen „Das Produkt wurde mir zur Ansicht zur Verfügung gestellt“ und „Dieser Artikel wurde gesponsert“ versehen. Das Trennungsgebot nach § 6 Telemediengesetz sieht vor, dass Werbung gekennzeichnet werden muss. Wenn der Beitrag gesponsert wäre, dann würde es dabei stehen. Das wäre übrigens auch der Fall, wenn es das Gesetz nicht geben würde.

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  3. Ui, hab letztens erst bei kleidoo was bestellt, kam superschnell an, Ware total lieb verpackt. :)

    Eigentlich mach ich nichts Großartiges mit meinen Haaren, hatte wohl Glück mit den Genen. :) Aber hier habe ich das Thema mal kurz angerissen.
    http://www.eros-and-psyche.com/2012/10/beauty-comes-from-inside.html
    Ansonsten war vielleicht ein reiner Haarpost in paar Wochen in Planung. :)
    Vielen Dank auf jeden Fall! :))

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  4. Ich bin ja auch ein Micro-Label und kaufe generell lieber in kleinen Geschäften ein. Spannend, dass alle immer viel Wert auf Individualität legen und dann doch wieder nur der ZARA/H&M/Primark-Kram im Schrank hängt.

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  5. Ich bevorzuge kleine Läden - gerne inhabergeführt.

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