„Schützen Wasserzeichen vor Fotoklau?“

Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich mit dem Thema Urheberrecht zu beschäftigen. Zum Einstieg ist das Buch Urheberrecht im Alltag von Djordjevic et al. gut geeignet. Das Buch kann gegen einen Unkostenbeitrag bestellt oder kostenlos bei der Bundeszentrale für politische Bildung heruntergeladen werden. Das Buch kann drahtlos via E-Mail an den E-Book Reader Amazon Kindle, die Kindle App oder Kindle für PC übertragen werden. Hier findet ihr eine Anleitung, wie man persönliche Dokumente an den Kindle übertragen kann.

Was ist Fotoklau?

Man spricht von Fotoklau, wenn Fotos ohne Erlaubnis verwendet werden. Das ist rechtswidrig. Bevor ein Rechtsstreit entsteht, kann die außergerichtliche Einigung eine mögliche Alternative sein. Wenn Fotos geklaut wurden, gibt es verschiedene Möglichkeiten, darauf zu reagieren. Man kann den Benutzer bzw. Verwender auffordern, das Material von der Webseite zu entfernen. Alternativ kann man anbieten, es gegen ein Honorar weiterzunutzen. In der Regel besteht Anspruch auf Schadensersatz. Die Berechnungsmethode für den Schadensersatz kann vom Rechteinhaber gewählt werden. Am einfachsten ist die Berechnung nach der Lizenzanalogie. Die Lizenzanalogie ergibt sich aus der Regel, dass der Nutzer die Lizenzgebühr zahlen muss, die im Falle einer ordnungsgemäß erteilten Erlaubnis durch den Rechtsinhaber hätte bezahlt werden müssen. Die Bildhonorare lassen sich der Honorarübersicht der „Mittelstandsgemeinschaft Foto-Marketing“ (MFM) entnehmen.

Was ist Creative Commons?

Creative Commons geht auf die Idee zurück, Inhalte für die freie Nutzung zur Verfügung zu stellen und somit einen Bestand für andere zu bilden. Unter Creative Commons können nach dem Baukastensystem Lizenzen für Filme, Fotos, Musik, Texte u. a. erstellt werden. Creative Commons bietet die Möglichkeit, Online Inhalte kostenfrei und unter festgelegten Bedingungen zu nutzen. Im Fokus stehen die Aspekte Namensnennung, Weitergabe und Bearbeitung. Eine Übersicht der Lizenzen findet ihr bei Creative Commons [1, 2]. Bei Gewinnerzielungsabsicht ist darauf zu achten, dass die kommerzielle Nutzung von Online Inhalten erlaubt ist. Die Gewinnerzielungsabsicht liegt zum Beispiel vor, wenn Werbebanner auf Blogs geschaltet werden.

Wo kann man Creative Commons Inhalte und Werke finden?

Creative Commons Search bietet eine Übersicht über verschiedene Dienste wie zum Beispiel Flickr, Fotopedia und SoundCloud. Bei Suchanfragen kann man die Optionen „Ich möchte etwas finden, das ich für kommerzielle Zwecke nutzen darf“ und „Ich möchte etwas finden, das ich verändern, anpassen oder worauf ich aufbauen darf“ aktivieren. Es ist darauf zu achten, ob oder welche CC Lizenz für Inhalte und Werke vergeben wurde. Bei der Google Bildersuche ist die Suche unter Verwendung der erweiterten Bildersuche mit Anpassung der Nutzungsrechte möglich.

Was sind Wasserzeichen?

Im Mittelalter haben Wasserzeichen als Erkennungszeichen von Papierfabriken, als Formatzeichen oder Zunftzeichen wie zum Beispiel Bäcker und Brezel fungiert. Das erste Wasserzeichen wurde 1282 in Bologna in Italien gefunden. Heute werden Wasserzeichen für Schreibwaren und als Sicherheitsmarken für Aktien, Banknoten und Reisepässe verwendet [3, 4].

Wozu dienen Wasserzeichen?

Wasserzeichen dienen zur Abschreckung von Diebstahl von Online Inhalten. Die Verwendung von Wasserzeichen kann bei Besuchern und Betrachtern als störend empfunden werden. Ich würde empfehlen, das Für und Wider abzuwägen, bevor eine Entscheidung getroffen wird. Wasserzeichen können abschrecken, aber nicht schützen. In der modernen und digitalen Bildbearbeitung ist nichts unmöglich. Je größer die Angst resp. das Wasserzeichen, desto geringer der Mehrwert resp. die Wirkung des Werkes. Eine weitere Form der Abschreckung ist die Bildersuche im Internet. Die Bildersuche durchsucht das Internet nach Webseiten, auf denen das Foto verwendet wird. Des Weiteren wird eine Auswahl an ähnlichen Fotos angezeigt. Zur Bildersuche eignen sich Dienste wie zum Beispiel Google. Die Schritte lauten: 1. Bildersuche aufrufen, 2. Kamerasymbol verwenden, 3. Bild URL einfügen oder Bild hochladen, 4. Bild suchen. Wenn ein Bild geklaut wurde, dann gibt es die oben genannten Möglichkeiten, darauf zu reagieren.

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[1] Djordjevic, V., Gehring, R.A., Grassmuck, V., Kreutzer, T., Spielkamp, M. (2008). Urheberrecht im Alltag. Bonn: bpb.de, irights.info.
[2] WDR 5 (2012). Zehn Jahre Creative-Commons. Verfügbar unter http://www.wdr5.de/sendungen/toene-texte-bilder/2012/dezember/zehn-jahre-creative-commons-lizenzen.html [17.03.13]
[3] Kleine Papiergeschichte (o. J.). Das Wasserzeichen. Verfügbar unter http://papiergeschichte.freyerweb.at/wasserz.html [17.03.13]
[4] Universal-Lexikon (o. J.). Wasserzeichen. Verfügbar unter http://universal_lexikon.deacademic.com/134575/Wasserzeichen [17.03.13]

Kommentare :

  1. Dein Bild erschien bis heute bei Deinen Kommentaren in meinem Blog als Avatar. Die bisherige Einstellung sah vor, dass wenn jemand einen Avatar hinterlegt hat, der erscheint und wenn nicht, der „blasse Typ vor der grauen Wand“ erscheint. Ich habe die Einstellung jetzt sofort auf „keine Avatare zeigen“ geändert.

    Viele Grüße
    Ines Meyrose

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  2. Danke für diesen ausführlichen und interessanten Artikel. Von vielen Dingen wusste ich noch gar nicht.

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  3. Das ist ein wirklich informativer Beitrag, danke dafür. Die Google Bildersuche habe ich eigentlich erst durch dich entdeckt und finde sie seither sehr praktisch.
    Mir wurden auch einmal Fotos vom Blog geklaut und auf Ebay verwendet. Da war es dann auch egal ob Wasserzeichen oder nicht. Ich denke, sowas schreckt einfach leider nicht mehr ab. Ich konnte damals dagegen leider nichts zu, musste mich auf meine höfliche Nachrage auch noch sehr blöd anmachen lassen.

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